2021 – Wohin mit dem Geld?

Ausgabe vom 08.12.2020

Handelsblatt

Lernen im Umgang mit Risiken

Weniger Skepsis, mehr Zuversicht ist in diesen Zeiten angebracht – auch an der Börse. Auch wenn im Frühjahr das Virus Sars Cov-2 allzu optimistische Investoren auf dem falschen Fuß erwischt hat, als viele nach dem ersten Lockdown dachten, die Seuche sei besiegt. Nun gehörte schon immer Glück dazu, an den Märkten den idealen Moment zu erwischen. Wann wird der richtige Zeitpunkt kommen? Nach Ansicht von Historikern enden Pandemien auf zwei Arten – entweder medizinisch oder sozial. Das medizinische Ende tritt ein, wenn die Zahl der Erkrankten stark zurückgeht, und ein wirksamer Impfstoff da ist. Zum sozialen Schluss bedarf es einer bewussten Entscheidung, die in den Köpfen stattfindet. Die Angst vor der Krankheit verschwindet, und die Menschen lernen, mit der Gefahr umzugehen. Trost eins: Langfristig betrachtet müssen Anleger den Peak auch gar nicht treffen. Selbst auf dem bisherigen Tiefpunkt des Weltindexes MSCI World im März 2020 lag dieser immer noch satte acht Prozent über seinem Stand ein Jahrzehnt zuvor, also 2010. Trost zwei: Viele Anleger zeigen Mut und Weitsicht, und haben rechtzeitig Biontech & Co in ihre Portfolios eingestellt.

Verhüllt oder unverhüllt?

Den Deutschen ist ihr Bargeld bisher lieb und teuer – weniger als in anderen europäischen Ländern setzen sie auf Kartenzahlung, vor allem bei kleinen Einkäufen. Aber: Viren auf Banknoten können eine Gefahr darstellen, wenn man sich nach dem Anfassen nicht die Hände wäscht und ins Gesicht greife, sagt Mark Witchi, Leiter der Sektion Impfempfehlung und Bekämpfungsmaßnahmen im Schweizer Bundesamt für Gesundheit. Influenzaviren könnten beispielsweise bis zu 17 Tage auf Banknoten überleben. „Das auf dem Geldstück klebende Virus würde ich mal weitgehend vergessen“, sagt dazu der Charité-Virologe Christian Drosten in einem NDR-Podcast. Bei Coronaviren und Influenzaviren handele es sich um behüllte Viren. Diese seien gegen Eintrocknung extrem empfindlich. Anders sei es bei Schnupfenviren, die unbehüllt seien und weniger empfindlich gegen Eintrocknung. Vorhersagen von Virologen sind offensichtlich so präzise wie die von Finanzanalysten. Die Empfehlung, sich oft und gründlich die Hände zu waschen, bleibt dennoch von höchster Bedeutung.