The Better Normal

Das bessere Normal ist digital!

Ausgabe vom 30.03.2021

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Im Better Normal mit Covid leben

Im Laufe eines Jahres haben wir eine entscheidende Lektion gelernt. Der Virus lässt sich nicht unter Kontrolle halten, indem sich Wirtschaft und Gesellschaft einer anscheinenden Gesetzmäßigkeit aus wiederkehrenden Lockdowns und Lockerungen unterwerfen. Covid-19-Tauziehen ist kein Konzept für die Zukunft. Vielmehr ist es unsere Verantwortung eine Welt zu bauen, in der Menschen dem Virus immer ein Stück voraus sind. Und daran arbeiten Forscherinnen und Forscher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Softwareentwickler oder auch Produktionsverantwortliche seit den ersten Tagen dieser Pandemie. Sie haben einen Digitalisierungsschub ausgelöst und damit die Fundamente für das Better Normal gelegt. Denn es ist klar, dass wir uns für die Zukunft nur dann richtig aufstellen, wenn wir konstruktiv gegen den Virus antreten und nicht versuchen, ihm immer nur aus dem Weg zu gehen.

Better Normal der unnötigen Dinge

Die Firlefanzhersteller überflüssiger Gegenstände buhlen online um Aufmerksamkeit. Da ihre Produkte in einem anscheinend endlosen Strom aus Containern und Frachtschiffen nach Deutschland transportiert werden, sind sie gezwungen sich mit schlauen Marketingstrategien auf das Better Normal einzustellen. Hemmungslos bedienen sie sich der von vielen Onlineshops bereitgestellten Produktebewertung mit Sternen, Emoticons oder Kommentaren. Hat sich ein Käufer für eines der nutzlosen Plastikerzeugnisse entschieden, wird er mit einem Feuerwerk aus Gewinnspielen, Glücksrädern und Geldgeschenken bombardiert. Für eine Fünf-Sterne-Bewertung erhält er eine freie Auswahl im Sortiment des wertlosen Krams. Die bedeutungslosen Dinge selbst steigen mit jeder Bewertung in der Empfehlungsliste der Onlinehändler auf und erhalten eine teilweise spektakuläre Prominenz.