Energie

Das Ende der Wende?

Ausgabe vom 05.02.2018

Handelsblatt

In Frage gestellt wird die Energiewende eigentlich nicht mehr. Das Klimaschutz und Energiewende nötig sind, wurde in weiten Teilen der Wirtschaft längst erkannt. Es ist unglaublich schwer, das riesige und komplexe Thema Energie umfassend zu betrachten. In der Ausgabe „Energie – das Ende der Wende?“ blicken wir auf einige Themen, die uns tagtäglich in Medien, Politik und Wirtschaft begleiten.

Alles im grünen Bereich?

Die Erneuerbaren Energien – allen voran Sonnen- und Windenergie – legen Jahr für Jahr kräftig zu. Im vergangenen Jahr trugen sie zusammen mit ihren grünen Kollegen Wasser- und Bioenergie zu mehr als 36 Prozent des gesamten Stromverbrauchs bei. Und auch in den kommenden Jahren wird der Ausbau der Ökoenergieträger wohl ähnlich rasant voranschreiten.

Alles im grünen Bereich also? Mitnichten. Denn die Energiewende ist mehr als nur der Zubau regenerativer Energieträger. Die Netze müssen an die völlig neue Situation angepasst werden – schon heute laufen sie aufgrund des dezentralen Charakters der neuen Energiewelt und der starken Fluktuationen gerade von Sonne und Wind am Limit. Die Kosten dafür zahlt der Verbraucher. Der wird denn auch immer stärker zur Kasse gebeten. So stieg die EEG-Umlage von 2,05 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2010 auf 2,88 Cent im Jahr 2017. Immerhin: In diesem Jahr ist sie leicht auf nun 6,79 Cent gesunken. 

Zudem bedeutet eine echte Energiewende mehr als nur die Integration grünen Stroms. Auch Verkehr und Wärmesektor müssen auf Nachhaltigkeit getrimmt werden. Hier gibt es noch viel zu tun – von Wende kann da noch keine Rede sein.

Aber wie können wir die echte, die umfassende Energiewende gestalten? Und können wir uns das überhaupt leisten? Oder machen wir Fehler, für die wir am Ende teuer bezahlen müssen? In dieser Publikation wollen wir das Ziel der Energiewende und deren Umsetzung kritisch beleuchten.