Handel ist Zukunft

Eine Branche geht voran

Ausgabe vom 04.12.2020

Handelsblatt

Impfen für die Zukunft

Angesichts der restriktiven Einschnitte im öffentlichen und im privaten Umfeld geht die Sorge um, ob nach überstandener Pandemie unser Leben wieder entspannter fortgeführt werden kann. Vielleicht landen wir nach einem Zwischenspurt zwecks Nachholung verpasster Konsumgelegenheiten schnell an einen Punkt des Innehaltens. Warum ist dieses Virus uns so gefährlich nahegekommen? Ein „Business as usual“ ist nach der Pandemie nicht vorstellbar. Trends wie die Sehnsucht nach Individualisierung und vernetzter Kommunikation werden weiterhin gedeihen.

Vor allem wird das Thema Nachhaltigkeit, insbesondere die Bereiche Umwelt, Gesundheit und Konsum, auf der Agenda nach oben klettern. Die Erfüllung dieser Bedürfnisse wird eine der großen Veränderungen sein, die aktuell bisher nur unterdurchschnittliche Marktanteile im Handel einnehmen. Konsumenten werden Besitz nicht mehr in den Vordergrund stellen, sondern den Nutzen. Produkte werden gemietet, geliehen, geteilt. Der hohe kollektive Wert steht im Vordergrund, auch Eigentum erhält eine andere Wertigkeit.

Star-Wars im Einzelhandel

Große US-Händler ersetzen immer mehr Mitarbeiter durch Roboter. Sie rollen in den Öffnungszeiten der Märkte durch die Gassen, sortieren Waren, räumen Regale, scannen Artikel und machen sauber. Bei Walmart haben unlängst 5.000 Robots die menschlichen Mitarbeiter in den mehr als 4.700 US-Supermärkten unterstützt. Nun hat das Management die eisernen Kollegen fristlos gefeuert. Branchengerüchten zufolge soll Walmart die Überzeugung gewonnen haben, dass menschliche Mitarbeiter diese Arbeit genauso gut verrichten könnten. Das Prädikat „gut“ dürfte „kostensenkend“ bedeuten. Argumente dagegen könnten auch diverse negative Reaktionen von Kunden gewesen sein, wie in Kreisen kolportiert wird. Ganz Abgeblasen wird die Initiative wohl nicht, einige Supermärkte dienen dabei als ständige Testlabors.

Für Brandmanagerin Elizabeth Walker ist die Sache erst der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. „Jeder Held braucht einen Helfer“, ließ sie unlängst verkünden. Mensch und Maschine seien wie Luke und R2D2 aus der Star-Wars-Trilogie. Die heldenhafte Form der Unterstützung helfe Mitarbeitern, im Job erfolgreich zu sein. „Wer ist der größere Tor? Der Tor oder der Tor, der ihm folgt?“ (Star Wars / „Episode IV - Eine neue Hoffnung“)