Internet of Things

Ausgabe vom 28.04.2022

Handelsblatt

Die Chance im Netz

Die Industrie sucht nach Impulsen für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie nach neuen Umsatzpotenzialen. Das Internet of Things (IoT) bietet die Chance dafür. Im EU-Vergleich steht Deutschland dabei nicht schlecht da. Nach Eurostat-Zahlen haben 36 Prozent der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten 2021 das Internet der Dinge genutzt. In Österreich, Slowenien, Finnland und Schweden liegt die Nutzung indes noch höher.

Die Anwendungsmöglichkeiten für IoT-Technologien sind vielfältig. Fabriken und Baustellen sowie die städtische Infrastruktur können effizienter organisiert werden. Auch im Gesundheitssektor, im Handel und schließlich auch in den privaten Haushalten sind die Möglichkeiten immens. In den kommenden Jahren werden immer mehr Bereiche mit interessanten IoT-Anwendungen in den Vordergrund treten. Allerdings laufen heute längst noch nicht alle IoT-Projekte reibungslos. Viele Firmen kämpfen zum Beispiel mit offenen Fragen der Cybersicherheit und heterogenen Technologielandschaften. In dieser Ausgabe wollen wir daher sowohl die Chancen als auch die Risiken dieser Technologien betrachten und interessante Lösungen vorstellen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Das Internet der Tiere

Was in Fabriken funktioniert, muss doch auch auf der Alm anzuwenden sein, dachten sich Wissenschaftler der Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein. Und tatsächlich konnten sie im vergangenen Jahr das Projekt „Weide-GPS“ erfolgreich abschließen. Dafür wurden Weidetiere auf 85 österreichischen Almen mit GPS-Trackern aus der Fahrzeugindustrie ausgestattet. Erleichtert wird damit die Tierkontrolle. Oft dauert es mehrere Stunden oder gar Tage, wenn Tiere auf den offenen Weideflächen im Gebirge gesucht werden müssen. Mit dem Einsatz der GPS-Tracker sparen die Bauern gut zwei Drittel ihrer Zeit. Darüber hinaus kann die Technologie auch zur Optimierung der Weideplanung eingesetzt werden. Dazu werden die Bewegungsmuster der Weidetiere aufgezeichnet, um einer Verbuschung der Weideflächen gezielt vorzubeugen. Auch Schafe werden also immer häufiger online gehen.