Internet of Things

Ausgabe vom 31.03.2021

Handelsblatt

Der nächste Schritt

Das Internet der Dinge hat längst Einzug in die Industrie gehalten. Doch der Grad der Vernetzung ist in vielen Unternehmen längst noch nicht so weit vorangeschritten, dass die Potenziale dieser Technologie ausgeschöpft werden konnten. Vielfach sind Firmen über eine vorausschauende Wartung der Maschinen nicht hinausgekommen. Eine Fertigung auf modernstem Niveau ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland aber von herausragender Bedeutung. In der Industrie liegen die traditionellen Stärken der großen deutschen Konzerne. Unsere Leitindustrien müssen zeigen, dass sie auch die digitalen Technologien beherrschen und den nächsten Schritt gehen können, um im globalen Wettbewerb ihre Spitzenstellung zu behaupten – sowohl als Leitanbieter als auch als Leitanwender. In dieser Ausgabe werden wir neue Lösungen vorstellen, aber auch die großen Herausforderungen – wie etwa die IT-Sicherheit – thematisieren, die mit der digitalen Transformation einhergehen. Wie wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Digitaler Klimaschutz

Je weiter die Digitalisierung voranschreitet, desto mehr Rechenzentren werden benötigt – und die brauchen Strom. Dass die digitale Transformation aber keineswegs ein Klimakiller ist, haben der Digitalverband Bitkom und die Unternehmensberatung Accenture in der Studie „Klimaeffekte der Digitalisierung“ errechnet. Denn unter dem Strich ist die Digitalisierung ein extrem starker Hebel, um den CO2-Ausstoß zu senken, meinen die Experten. Wenn das Tempo der Verbreitung digitaler Technologien konstant bleibt, könnte Deutschland 2030 zehn Prozent weniger CO2 ausstoßen als 2019. In der industriellen Fertigung liegt dabei das größte Potenzial. Bis 2030 sei eine Einsparung von bis zu 61 Megatonnen CO2 möglich, meinen die Autoren. Vor allem die Automatisierung in Smart Factorys trägt dazu bei, weil der Material- und Energieeinsatz deutlich steigt. Digitale Zwillinge von Produktionsanlagen machen es zudem möglich, Fertigungszyklen rein virtuell zu testen. Es gibt also einen Grund mehr, in moderne Werke zu investieren.