Nervensache

Depression – Migräne – ADHS

Ausgabe vom 30.11.2021

Focus Gesundheit

Forschung enorm wichtig

Von A wie Alzheimer über M wie Multiple Sklerose bis Z wie Zuckungen: In Deutschland sind aktuell fast 60 Prozent der Bevölkerung von einer neurologischen Erkrankung betroffen. Die Häufigkeit einiger Krankheitsbilder wird vermutlich mit der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft weiter zunehmen. Darauf muss man sich in Bezug auf die hiesigen Versorgungsstrukturen einstellen. Umso wichtiger auch, dass die medizinische Forschung weiter auf Hochtouren läuft. Auch, weil die Krankheiten, die das Gehirn und Nervensystem betreffen, in der Regel mit hohen Einbußen in der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten einhergehen oder mit einem vorzeitigen Tod verbunden sind. Die gute Nachricht: Die Neurowissenschaft hat in den vergangenen Jahren wichtige Erkenntnisse gewonnen, welche die Behandlung zahlreicher Krankheiten bereits heute entscheidend verbessern. Welche genau das sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Schlüsselmedizin des 21. Jahrhunderts

In nur 20 Jahren hat die Neurologie sich von einer fast ausschließlich diagnostizierenden zu einer therapierenden Medizin entwickelt, und damit zu einer der wichtigsten Säulen in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung. In den vergangenen Jahren wurden dank intensiver Forschung viele Innovationen hervorgebracht – und dieser Trend setzt sich fort. Die immer bedeutenderen Fortschritte in der Behandlung von neurologischen Erkrankungen weisen darauf hin, dass die Wissenschaft die Weichen korrekt gestellt hat. So scheint beispielsweise im Fall von Migräne die Zukunft besonders in der Prävention und in einer personalisierten, zielgerichteten Therapie anhand individueller Faktoren zu liegen. Noch sind etliche Fragen rund um unser Nervensystem und vor allem das Gehirn offen, die es zu klären gibt. Laut Expertinnen und Experten gilt es dabei auch, neurologische Erkrankungen noch integrativer und systemischer zu betrachten.