Null %

Wohin mit dem Geld?

Ausgabe vom 29.06.2017

Handelsblatt

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld stellt sich die Frage, wie Investoren erfolgreich agieren und angemessene Renditen erzielen. Die Publikation „Null % - Wohin mit dem Geld?“ wird Investoren Entscheidungshilfen in die Hand geben, welche die Vor- und Nachteile eines Investments aufzeigen und deren Chancen- und Risikoprofile für ein Portfolio analysieren.

Virtuelle Zinsen

Das Internet der Dinge (IoT) erlaubt neue grandiose Varianzen. Wird die virtuelle Bank das Modell der Zukunft sein? Bitcoins abheben und überweisen per Smartphone, Kredite holen via Tablet, Geld anlegen per Robo-Advisor. Eine große Berliner Volksbank reduziert gerade drastisch die Anzahl ihrer Filialen. EZB-Chef Draghi sei wegen der Niedrigzinspolitik schuld an der Misere. Fehlt vielleicht ein tragfähiges Konzept? Zu spät haben Geldinstitute die Chancen der Digitalisierung erkannt. Der Nutzen virtueller Angebote ist ohne Frage enorm. Andrerseits sind Bankfachwirte und Anlageberaterinnen wichtiger denn je. Wie Umfragen zeigen, ist die Beratungsqualität hierzulande schlecht. Willkommen im Internet of Finance – mit einer angemessenen Anzahl realer Kontaktpunkte wie Filialen. Dies dürfte den Banken mehr Verzinsung bringen als Mario Draghi bietet. Stanislaw Lem, polnischer Philosoph und Science-Fiction-Autor, schreibt, dass Menschen gerne selbst entscheiden möchten, welche Ziele die Gesellschaft verfolgen soll. Er kommt zu dem Schluss: „Berücksichtigt man das, dann ist die Regelung gesellschaftlicher Systeme mit Hilfe von Maschinen, obwohl möglich, nicht ratsam.“ Möge der Mensch der Versuchung wiederstehen, Lebensqualität und Anlageberatung nicht ganz und gar Bits und Bytes zu überlassen.