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Wohin mit dem Geld?

Ausgabe vom 28.06.2019

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Investiert bleiben, umschichten nach Europa oder Asien, warten auf Zinserhöhungen, diversifizieren in Sachwerte oder vielleicht alles so lassen, wie es ist? Für jeden Anleger, ob privat oder institutionell, zählt in erster Linie das Anlageziel. Danach wird die Strategie auszurichten sein.

Investieren im Lebenszyklus

Es gibt viele gute Gründe für das gezielte rentierliche Anlegen von Geld auf dem Kapitalmarkt. Eines der wichtigsten Argumente dafür ist die ausreichende Absicherung in jeder Lebensphase. Große Sorge treibt die Menschen aktuell für das Seniorenalter um. Am Ende des Berufslebens könnte eine finanzielle Lücke entstehen, die nicht wieder gefüllt werden kann. Sei es wegen einer zu niedrigen Pension oder Rente, oder weil die angesparte Summe nicht ausreicht, um regelmäßige Erträge zu entnehmen.

In diesem Kontext ist es sinnvoll, alte Daumenregeln für die Geldanlage zu überdenken. „Im Alter möglichst konservativ anlegen!“ lautet eine gängige Strategie. Als maximale Engagements in Aktien gilt dabei 100 minus Lebensalter. In diesem Punkt sind neue Überlegungen angebracht. Dank des steigenden Median-Alters wächst die Nachfrage nach konservativen Anlageformen, was die Renditechancen in diesem Bereich sinken lässt. Weiterhin steigt parallel zum medizinischen Fortschritt die Lebenserwartung. Somit wird auf der Lebenskurve die Rentenphase einen immer größeren Anteil einnehmen.