Tabu

Reden ist Gold

Ausgabe vom 30.07.2022

Focus

Mehr Schein als Sein

Herzlich willkommen in der Tabuzone! Lassen Sie uns über Dinge sprechen, die bei vielen Menschen ein unangenehmes Gefühl auslösen. Zum Beispiel Ekel, wenn es um körperliche Ausscheidungen geht. Angst, wenn es sich um den Tod handelt. Neid beim Vergleich der Penisgröße. Scham, wenn es im Intimbereich juckt und brennt. Na, fühlen Sie sich ertappt? Auch wenn wir heute in einer Gesellschaft leben, die nicht müde wird zu betonen, dass für sie gar keine mehr existieren, gibt es sie immer noch zur Genüge: Tabuthemen. Meist fristen sie ein Dasein ohne große Erklärung, sondern basieren häufig auf dem seit der Kindheit vertrauten, peinlich berührten „Darüber spricht man nicht“. Damit ist jetzt Schluss – zumindest in dieser Lektüre.

Wir laden Sie dazu ein, die Tabuzone tatsächlich und ohne komische Gefühle zu verlassen, indem wir aufklären, kein Blatt vor den Mund nehmen und vor allem zeigen, warum es für uns alle wichtig ist, über Tabuthemen zu sprechen.

Umdenken erforderlich

Hat diese Lektüre bezüglich des Umgangs mit Tabuthemen Ihr Denken darüber etwas verändert? Würden Sie mir nunmehr verraten, dass Sie sich einer Schönheitsoperation unterzogen haben? Wie würden Sie nun reagieren, wenn Ihr Kumpel sich mit seinen Erektionsproblemen Ihnen anvertraut? Sind die Hemmungen für Sie als Frau beseitigt, offen über den Gesundheitszustand Ihrer Vagina zu sprechen? Machen Sie sich Gedanken über Ihren eigenen Tod?

Ich hoffe, wenigstens der Umgang mit Tabuthemen fällt Ihnen etwas einfacher und Sie hinterfragen des Öfteren das Stillschweigen in Ihrem Umfeld. Nur Mut! Im Prinzip können Sie nur profitieren und anderen Betroffenen mit einem offenen Umgang helfen. Denn Schweigen kann auch Vorurteile schüren und zu Diskriminierung führen. Und Fakt ist: Eine Enttabuisierung kann nicht in der Stille stattfinden. Daher gilt: Reden ist Gold!