Urbane Transformation

Der erfolgreiche Wandel zur Smart City

Ausgabe vom 23.04.2020

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Städte stehen still. Die Coronavirus-Epidemie zerstückelt unser urbanes Leben. Ausgangssperren zerstören das soziale Miteinander, Abstürze an den Börsen und unterbrochene Lieferketten setzen die Wirtschaft schwer unter Druck. Der Virus trifft auch deshalb direkt in die Herzen unserer Städte, weil wir in keiner Weise vorbereitet sind. Die Straßen sind leer. Verwundert fragen wir uns, was haben wir übersehen, wie konnte uns diese Krise so heimsuchen? Was können wir jetzt für die Zeit nach Corona lernen? Eine erste Lektion wäre zu diskutieren, wie wir unsere Städte bei Verkehr und Energie gut aufstellen, auf saubere Technologien umstellen, auf diese Weise Gesundheit und Leben schützen. Und: wie wird die smarte Stadt mit intelligenten, digitalisierten Wohnungen helfen, Menschen zu amüsieren und in schweren Zeiten bei Laune zu halten?

Digitale Narrenmaschinen

Im Mittelalter galten Hofnarren als Statussymbol. Wer es sich leisten konnte, hatte zwei oder drei in seinen Diensten. Die Aufgabe war, den Mächtigen vorzugaukeln, sie lebten in einer schönen und gefälligen Welt. Hofnarren sind aus der Mode gekommen, heute übernehmen offensichtlich Algorithmen deren Aufgaben. Erinnern Sie sich an die heile Welt im Jahr 2019? Analytics-Systeme und künstliche Intelligenzen sollten der Welt den Zufall nehmen. Noch in den ersten Januarwochen haben wir uns auf die Technologien verlassen. China war weit weg, Europa nicht betroffen. Doch womöglich sind die Maschinen digitale Narren, die Wahrheiten vorenthalten und Tatsachen verdrehen. Vielleicht täuschen sie uns eine hübsche Welt vor, mit Städten, die gefällig sind und in denen wir uns genau deshalb wohl fühlen – die aber den Coronavirus-Realitätscheck niemals bestehen wird.