Wasser

Lebenselixier, Naturgewalt & Lebensraum

Ausgabe vom 22.03.2021

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Wert des Wassers

Wer aus dem Weltall auf die Erde guckt, sieht vor allem Wasser. Nur 29 Prozent der Erdoberfläche sind Land. Die Gesamtwassermenge wird auf 1.332 Millionen Kubikkilometer geschätzt. Aber davon sind etwa 97 Prozent ungenießbares Salzwasser. Und von dem verbleibenden Süßwasser-Anteil sind für den Menschen nur knapp 0,3 Prozent direkt nutzbar. Mit diesem knappen Gut müssen wir also sorgsam umgehen. Aber wir tun es nicht. Immer mehr Wasser ist verschmutzt und für Menschen als Trinkwasser nicht mehr sicher. Der Klimawandel verändert die Verfügbarkeit des Wassers. Dürren werden häufiger, ebenso wie Starkregen und Hochwasser. Immer mehr Menschen auf der Welt fehlt die wesentliche Lebensgrundlage. Wasserknappheit wird zunehmend zum Grund für Elend, Krankheit, Armut und Migration. Auch in Deutschland ist verfügbares Trinkwasser nicht mehr so selbstverständlich, das haben uns extrem trockene Sommer in einigen Regionen gelehrt. In dieser Ausgabe wollen wir zu einem höheren Bewusstsein für den Wert des Wassers beitragen und Lösungen für sauberes Trinkwasser vorstellen.

Erregern auf der Spur

Die Frage, wie wir der Corona-Pandemie Einhalt gebieten können, beschäftigt uns dieser Tage alle. Eine Idee: Viren über das Abwasser aufspüren. In den vergangenen Monaten haben Forschende des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig und der TU Dresden dazu deutschlandweit Proben aus Kläranlagen ausgewertet. Das Ziel: Virusmutationen frühzeitig erkennen. Zudem kann über ein Abwassermonitoring ein Frühwarnsystem aufgebaut werden – zum Beispiel um Gebiete ausfindig zu machen, in denen schwerpunktmäßig Corona-Tests erfolgen sollten.

Das Monitoring funktioniert, weil Infizierte beim Toilettengang oder auch beim Zähneputzen das Virus ausscheiden. Auf dem Weg in die Kläranlage verliert das Virus seine Hülle und ist für Menschen nicht mehr schädlich. Die Wissenschaftler können aber immer noch die RNA des Virus im Abwasser nachweisen sowie die Virenlast in den Proben bestimmen. Die Forscher aus Sachsen wollen nun noch lernen, wie sie aus den Messwerten die Zahl der Infizierten errechnen können. Der Laie staunt: Wozu Wasser alles gut sein kann, selbst wenn es nur Abwasser ist.