Wohin mit dem Geld?

Investmentstrategien in volatilen Zeiten

Ausgabe vom 29.06.2020

Handelsblatt

Krisen können Zeiten des überraschenden Innehaltens sein. Alles kann plötzlich auch ganz anders verlaufen, als wir es uns vielleicht jemals vorstellen konnten. Besonders im Diskurs um die Globalisierung erscheint es sinnvoll, weniger mit plakativen Pro-und-Contra-Positionen zu argumentieren, sondern konkret und detailliert zu analysieren, wo welche De-Globalisierung und Entschleunigung nutzt – und wo sie schadet. Den zahlreichen Euroskeptikern in West und Ost sei deshalb „Die Welt von gestern“ zur Lektüre empfohlen. Denn Stefan Zweigs Aussicht auf ein imaginiertes europäisches Bündnis liest sich heute wie ein Aufruf, sich noch einmal der Anfänge dieser europäischen Idee zu besinnen.

Neue Normalität?

Die Nachfrage nach Seife und Desinfektionsmitteln bleibt überdurchschnittlich. Zwar lagen die Verkaufszahlen laut Statistischem Bundesamt zuletzt nicht mehr auf so einem hohen Niveau wie im März, dennoch war der Absatz von Desinfektionsmitteln in der Woche vom 11. bis 17. Mai zweieinhalb Mal so hoch wie üblich. Der Absatz von Seife stieg um gut ein Drittel. Bei Hamsterprodukten sei der Absatz rückläufig. Der Kauf von Toilettenpapier lag erneut fast ein Drittel unter dem Durchschnittswert der Monate August 2019 bis Januar 2020.

Auch bei anderen Artikeln ging die Nachfrage in der 20. Kalenderwoche deutlich zurück. So notierte der Absatz von Teigwaren bei minus 28 Prozent und der Absatz von passierten Tomaten bei minus 16 Prozent. Dies dürfte auf die infolge von „Hamsterkäufen“ resultierende gesättigte Nachfrage nach diesen Gütern zurückzuführen sein. Laut Statistischem Bundesamt kann dies als Indiz dafür gewertet werden, dass sich das Kaufverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher weiter normalisiert.